Presse
MZ Artikel 12.04.2008 Drucken
MZ
GES BL 12.04.2008

 
FORSCHUNG UND UMWELT
Zeitgewinn gibt Chancen
Seit Jahresanfang werden Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zur Mammografie eingeladen. Ziel ist es, die Früherkennung von Brustkrebs und die Heilungschancen zu verbessern.
 

VON IRIS STEIN

Die schlechte Nachricht: Brustkrebs bleibt die häufigste Krebserkrankung von Frauen. Doch die gute Botschaft folgt auf dem Fuß: Durch Früherkennung lassen sich die Chancen auf Heilung entscheidend verbessern. Der wichtigste Schritt auf diesem Weg ist das bundesweite Mammografie- Screening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren.

Ziel ist es, Frauen der genannten Altersgruppe alle zwei Jahre zu einer Mammografie einzuladen. In fast allen Ländern Europas hat sich diese Früherkennungsmethode inzwischen etabliert. Deutschland ist spät gestartet, doch was in der kurzen Zeit erreicht wurde, ist sehr viel. Seit Januar läuft das Screening -Programm nun auch in ganz Sachsen-Anhalt. "Bis Ende 2009 sollen alle entsprechenden Klientinnen im Bundesland eine Einladung und eine Untersuchung bekommen haben", sagt der Radiologe Dirk Breuer von der Screening -Einheit in Halle.

Fachleute rechnen damit, dass bei einer Beteiligung von etwa 70 Prozent der eingeladenen Frauen eine Reduktion der Sterblichkeit um 25 Prozent zu erreichen ist. Das heißt, dass ein Viertel weniger Frauen dem Brustkrebs zum Opfer fallen, wenn sie die Chance der Früh-erkennung nutzen. "Je eher ein Brustkrebs festgestellt wird, umso besser kann er erfolgreich behandelt werden", erklärt Margit Drevenstedt, ebenfalls Radiologin in der halleschen Praxis. "Wird die Erkrankung im Frühstadium erkannt - und das ist mit der Mammografie möglich -, gibt es eine sehr hohe Heilungschance."

Die Therapie kann in einem frühen Erkrankungsstadium weniger aggressiv gestaltet werden, die Gefahr, dass sich dann bereits Metastasen, also Tochtergeschwülste, gebildet haben, ist geringer. Und auch die Möglichkeit, bei der Behandlung brusterhaltend vorzugehen, verbessert sich bei einem frühen Eingreifen. Doch die Experten können mit noch mehr beeindruckenden Zahlen aufwarten: Sie gehen davon aus, dass mit dem Screening etwa 20 von 1 000 Frauen dem Brustkrebs zum Opfer fallen, ohne das Screening wären es 31.

Jede Aufnahme wird durch mindestens zwei hoch qualifizierte Ärzte begutachtet. Ergibt sich ein Verdacht, erfolgen zusätzliche Untersuchungen bis hin zur Gewebeprobe. Alle Fälle, bei denen eine solche Gewebeprobe erfolgte, werden dann in einer Konferenz vorgestellt, an der auch Vertreter der drei zertifizierten Brustzentren der Region teilnehmen. Dazu gehört neben der Universitäts-Frauenklinik und dem Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle auch das Brustzentrum an der Asklepios-Klinik in Weißenfels, das gerade erneut zertifiziert wurde. Radiologen, Gynäkologen und Pathologen beraten, wie die Therapie aussehen soll. Im Anschluss an die Behandlung erfolgt die fünfjährige Nachsorge. Alle Klientinnen ohne Befund erhalten nach zwei Jahren eine Einladung zur erneuten Mammografie. Es gibt auch Stimmen, die die Strahlenbelastung für gesunde Frauen durch die Mammografie kritisieren. "Doch diese ist äußerst gering", hält Dirk Breuer dem entgegen. "Eine Mammografie bedeutet nur soviel Belastung wie sie innerhalb von drei Monaten auch durch die natürliche Strahlung auf den Körper gegeben ist." Zugleich macht er darauf aufmerksam, dass das Bundesamt für Strahlenschutz seine Zustimmung zum Mammografie- Screening gegeben hat. "Der Nutzen überwiegt", so der Radiologe.

So wie in der halleschen Einrichtung wird im Prinzip in allen Screening -Einheiten verfahren. Um auch Frauen im ländlichen Raum zu erreichen, wird zudem in jeder Region in Sachsen-Anhalt ein so genanntes Mammobil eingesetzt. Während dieses teilweise schon unterwegs ist, erfolgt der Start für Sachsen-Anhalt Süd (Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz, Saalekreis und Halle) Mitte Mai in Weißenfels. "Wir wollen, dass für eine Frau, die die Untersuchung wahrnehmen möchte, die Entfernung bis zur nächsten Screening -Einheit nicht mehr als 30 Kilometer betragen soll", sagt Margit Drevenstedt.

SCREENING

Keine weiten Wege

Für das Mammografie- Screening wurde Sachsen-Anhalt in vier Regionen eingeteilt (Nord, Ost, Süd, West). In jeder Region gibt es so genannte Screening -Einheiten, in denen die Früherkennungsuntersuchungen vorgenommen werden. Zusätzlich kommt ebenfalls in jeder Region für den ländlichen Raum ein "Mammobil" zum Einsatz, um den Frauen weite Wege zur Untersuchung zu ersparen. Eine Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust.

Informationen auch

www.mammascreening-halle.de

 

 


			Alle Rechte vorbehalten - © 1998-2005 - Redaktionsarchiv MDV Halle 
			
 
Artikel vom 09.03.2008 in der Super Sonntag Drucken

ss_09-03.jpg
 
Artikel vom 08.01.2008 in der MZ Drucken
MZ 08-01.jpg
 
Artikel aus der Pro 11/07 Drucken
Pro 11-07.jpg
 
 
Dienstag, 07.02.2012
Standort Mammobil
Keine Termine
Termine Mammobil
Terminübersicht
Öffnungszeiten
Bilder Mammobil
Halle Markt
Standorte
Termine Vorträge
Übersicht Vorträge
aktuelle Presse
Curado Informationen über Mammographie-Screening
BKK-Web-TV Brustkrebs- früherkennung
NDR VISITE - Mammographie Screening 03.08.10
Mamma-Mobil macht für Sachsen-Anhalt-Tag Platz 23.07.10
Fünf Jahre Mammographie-Screening-Programm 18.05.2010
welt.de Brustkrebs-Screening spürt kleinere Tumore auf 22.09.09
Tagesthemen vom 20.09.2009 Video
MZ Leserforum 01.09.2008
KKH Lauf Halleforum 19.04.2008
MZ Beitrag 09.04.08
MZ Beitrag 08.04.08