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VON IRIS STEIN
Die
schlechte Nachricht: Brustkrebs bleibt die häufigste Krebserkrankung
von Frauen. Doch die gute Botschaft folgt auf dem Fuß: Durch
Früherkennung lassen sich die Chancen auf Heilung entscheidend
verbessern. Der wichtigste Schritt auf diesem Weg ist das bundesweite
Mammografie- Screening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren.
Ziel ist es, Frauen der genannten Altersgruppe alle zwei Jahre zu einer
Mammografie einzuladen. In fast allen Ländern Europas hat sich diese
Früherkennungsmethode inzwischen etabliert. Deutschland ist spät
gestartet, doch was in der kurzen Zeit erreicht wurde, ist sehr viel.
Seit Januar läuft das Screening -Programm
nun auch in ganz Sachsen-Anhalt. "Bis Ende 2009 sollen alle
entsprechenden Klientinnen im Bundesland eine Einladung und eine
Untersuchung bekommen haben", sagt der Radiologe Dirk Breuer von der Screening -Einheit in Halle.
Fachleute rechnen damit, dass bei einer Beteiligung von etwa 70 Prozent
der eingeladenen Frauen eine Reduktion der Sterblichkeit um 25 Prozent
zu erreichen ist. Das heißt, dass ein Viertel weniger Frauen dem
Brustkrebs zum Opfer fallen, wenn sie die Chance der Früh-erkennung
nutzen. "Je eher ein Brustkrebs festgestellt wird, umso besser kann er
erfolgreich behandelt werden", erklärt Margit Drevenstedt, ebenfalls
Radiologin in der halleschen Praxis. "Wird die Erkrankung im
Frühstadium erkannt - und das ist mit der Mammografie möglich -, gibt
es eine sehr hohe Heilungschance."
Die Therapie kann in einem frühen Erkrankungsstadium weniger aggressiv
gestaltet werden, die Gefahr, dass sich dann bereits Metastasen, also
Tochtergeschwülste, gebildet haben, ist geringer. Und auch die
Möglichkeit, bei der Behandlung brusterhaltend vorzugehen, verbessert
sich bei einem frühen Eingreifen. Doch die Experten können mit noch
mehr beeindruckenden Zahlen aufwarten: Sie gehen davon aus, dass mit
dem Screening etwa 20 von 1 000 Frauen dem Brustkrebs zum Opfer fallen, ohne das Screening wären es 31.
Jede Aufnahme wird durch mindestens zwei hoch qualifizierte Ärzte
begutachtet. Ergibt sich ein Verdacht, erfolgen zusätzliche
Untersuchungen bis hin zur Gewebeprobe. Alle Fälle, bei denen eine
solche Gewebeprobe erfolgte, werden dann in einer Konferenz
vorgestellt, an der auch Vertreter der drei zertifizierten Brustzentren
der Region teilnehmen. Dazu gehört neben der Universitäts-Frauenklinik
und dem Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle auch das
Brustzentrum an der Asklepios-Klinik in Weißenfels, das gerade erneut
zertifiziert wurde. Radiologen, Gynäkologen und Pathologen beraten, wie
die Therapie aussehen soll. Im Anschluss an die Behandlung erfolgt die
fünfjährige Nachsorge. Alle Klientinnen ohne Befund erhalten nach zwei
Jahren eine Einladung zur erneuten Mammografie. Es gibt auch Stimmen,
die die Strahlenbelastung für gesunde Frauen durch die Mammografie
kritisieren. "Doch diese ist äußerst gering", hält Dirk Breuer dem
entgegen. "Eine Mammografie bedeutet nur soviel Belastung wie sie
innerhalb von drei Monaten auch durch die natürliche Strahlung auf den
Körper gegeben ist." Zugleich macht er darauf aufmerksam, dass das
Bundesamt für Strahlenschutz seine Zustimmung zum Mammografie- Screening gegeben hat. "Der Nutzen überwiegt", so der Radiologe.
So wie in der halleschen Einrichtung wird im Prinzip in allen Screening -Einheiten
verfahren. Um auch Frauen im ländlichen Raum zu erreichen, wird zudem
in jeder Region in Sachsen-Anhalt ein so genanntes Mammobil eingesetzt.
Während dieses teilweise schon unterwegs ist, erfolgt der Start für
Sachsen-Anhalt Süd (Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz, Saalekreis und
Halle) Mitte Mai in Weißenfels. "Wir wollen, dass für eine Frau, die
die Untersuchung wahrnehmen möchte, die Entfernung bis zur nächsten Screening -Einheit nicht mehr als 30 Kilometer betragen soll", sagt Margit Drevenstedt.
SCREENING
Keine weiten Wege
Für das Mammografie- Screening wurde Sachsen-Anhalt in vier Regionen eingeteilt (Nord, Ost, Süd, West). In jeder Region gibt es so genannte Screening -Einheiten,
in denen die Früherkennungsuntersuchungen vorgenommen werden.
Zusätzlich kommt ebenfalls in jeder Region für den ländlichen Raum ein
"Mammobil" zum Einsatz, um den Frauen weite Wege zur Untersuchung zu
ersparen. Eine Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust.
Informationen auch
www.mammascreening-halle.de
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