1.
Welche Frauen können teilnehmen?
Die „Screening-Mammographie“ ist eine
Reihenuntersuchung, die
alle zwei Jahre für Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren
angeboten wird. Wenn Sie in den letzten 12 Monaten bereits eine
Mammographie erhalten haben, wenden Sie sich bitte an die zentrale
Stelle, um das weitere Vorgehen zu klären.
Sollten Sie zum Zeitpunkt der Einladung nachfolgende Beschwerden oder
Symptome an Ihrer Brust haben, wenden Sie sich bitte direkt an Ihre
behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt:
- tastbare Knoten
- äußerlich sichtbare Verformungen
- Hautveränderungen oder Einziehungen der Brustwarzen
- Blutungen oder andere flüssige
Absonderungen aus der Brustwarze
Sind Sie wegen einer Brustkrebserkrankung in ärztlicher
Behandlung bzw. Nachbehandlung, setzen Sie sich bitte mit der
zentralen Stelle in Verbindung.
2. Wie bekomme
ich Bescheid?
Die Frauen werden zum Mammographie-Screening per Brief eingeladen. Die
Adressen zur schriftlichen Einladung kommen - unter Beachtung des
Datenschutzes - von den jeweiligen Einwohnermeldeämtern und
werden
an die zentrale Stelle in Bremen weitergeleitet. Aus diesen Meldedaten
werden zwei für Sie geltende, nicht wieder
entschlüsselbare
Kenn-Nummern gebildet, die zur Organisation der Einladungen und zur
Überprüfung der Qualität der Untersuchungen
dienen. Die
amtlichen Meldedaten werden nach erfolgter Einladung gelöscht,
unabhängig davon, ob Sie am Früherkennungsprogramm
teilnehmen
oder nicht. Die Maßnahmen zur Überprüfung
der
Qualität erfolgen in anonymisierter Form nur unter Verwendung
der
beiden Kenn-Nummern. Alle Daten unterliegen der ärztlichen
Schweigepflicht.
3. Kosten?
Die Teilnahme ist freiwillig und die Kosten für
die Untersuchungen werden von den Krankenkassen getragen.
Bei Privatversicherten erfolgt die Bezahlung entsprechend des
jeweiligen Vertrages.
4. Ist
Screening an meiner Praxis möglich?
Nein. Mammographie-Screening ist ein qualitätsgesichertes
Vorsorgeprogramm. Ein multidisziplinäres Team aus
Ärztinnen
und Ärzten, Software-Administratoren und
Medizinisch-Technischen
Radiologie-Assistentinnen/Assistenten garantiert die Einhaltung des
Qualitätsstandards gemäß der
Europäischen
Leitlinien für Mammographie.
5.
Brauche ich einen Überweisungsschein?
Nein.
Die Kosten werden im Rahmen Ihres Krankenversichungsschutzes
übernommen.
Bringen Sie bitte Ihre Krankenversicherungskarte zur Untersuchung mit.
Sollten Sie an dem genannten Termin verhindert sein, wenden Sie sich
bitte für eine Terminverschiebung an die zentrale Stelle.
6. Warum
Screening - was ist der Unterschied zur normalen Mammographie?
Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung
bei
Frauen. Etwa 10% aller Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens daran,
die meisten nach dem 50. Lebensjahr.
Daher wurde beschlossen, ein Programm zur Früherkennung von
Brustkrebs durch Mammographie-Screening einzuführen. Ein
solches
Programm, das nach den EU-Leitlinien höchsten
Qualitätsanforderungen entspricht, hat es in Deutschland
bisher
nicht gegeben. Zu den hohen Qualitätsanforderungen
gehört
beispielsweise, dass
- jede Mammographie-Aufnahme von zwei qualifzierten
Ärzten beurteilt wird,
- jeder Arzt die Mammographie-Aufnahmen von mindestens 5000
Frauen im Jahr beurteilt,
- im Fall einer Verdachtsdiagnose die erforderliche
Abklärung innerhalb des Früherkennungsprogrammes
statt
findet. Die Ergebnisse werden von allen beteiligten Ärzten
gemeinsam ausgewertet und das weitere Vorgehen besprochen,
- nur besonders qualifizierte Einrichtungen dieses Programm
durchführen dürfen.
Die Röntgen-Untersuchung der Brust erfolgt in modernen,
besonders
qualifizierten und qualitätsgesicherten Zentren. Eine
zusätzliche Diagnosesicherheit gibt Ihnen die Doppelbefundung
durch zwei erfahrene Ärzte unabhängig voneinander.
7. Wann werde ich zur
Screening-Mammographie eingeladen?
Sie werden in den nächsten zwei Jahren erstmalig zur
Mammographie-Screening-Untersuchung eingeladen. Bei
unauffälligem Befund werden Sie in zwei Jahren wieder
eingeladen.
Sollten Sie aber Beschwerden oder Symptome an Ihrer Brust haben, wenden
Sie sich bitte direkt an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren
behandelnden Arzt.
8.
Ich habe vor kurzem eine Mammographie bekommen und jetzt eine Einladung
erhalten - wie soll ich mich verhalten?
Wenn die letzte Mammographie-Untersuchung mindestens 12 Monaten
zurück liegt können Sie am
Mammographie-Screening-Programm
teilnehmen. Falls innerhalb der letzten 12 Monate bereits eine
Mammographie-Untersuchung durchgeführt wurde, wenden Sie sich
bitte an die zentrale Stelle, um das weitere Vorgehen zu
klären.
9. Welche
Vorteile bringt mir die Teilnahme?
Durch die Mammographie-Screening-Untersuchung können sehr
kleine
Krebsherde frühzeitig erkannt werden, bevor sie tastbar sind
oder
andere Symptome hervorrufen. Die frühe Erkennung verbessert
die
Behandlungsmöglichkeiten und die Chancen einer
Heilung. Mit der regelmäßigen Teilnahme
erhöhen Sie daher Ihre Aussichten auf weniger eingreifende und
belastende Behandlungsmethoden und auf eine dauerhafte Heilung.
10.
Wie sicher ist die Mammographie?
Die
Mammographie ist die derzeit beste Screening-Methode zur
Früherkennung von Brustkrebs in der Altersgruppe der 50 bis
69-jährigen Frauen. Dennoch können in seltenen
Fällen
mit der Mammographie nicht alle Brustkrebserkrankungen erkannt werden.
Mitunter kann auch im Zeitraum zwischen zwei Mammographien (zwei
Jahren), ein Brustkrebs entstehen und zu Beschwerden oder Symptomen
führen.
Der Nutzen der Untersuchung in dieser Altersgruppe unter den
Voraussetzungen des qualitätsgesicherten Programmes ist
deutlich
höher einzuschätzen als das Risiko, dass durch die
Röntgenstrahlen bei der Mammographie-Erstellung Krebs
ausgelöst werden kann. Durch den Einsatz sehr hochwertiger und
regelmäßig überprüfter
Röntgengeräte
wird die Strahlenbelastung der Mammographie gering gehalten.
11.
Welche Grenzen und möglichen Nachteile bestehen bei der
Mammographie?
Bei einem Verdacht auf eine Veränderung kann durch die
Abklärungsuntersuchungen eine geringe Belastung entstehen
(z.B. durch
Entnahme von kleinen Gewebeproben), auch wenn dieser Verdacht sich dann
nicht bestätigt.
12. Was
erwartet mich bei der Mammographie?
Die
Untersuchung selbst dauert nur wenige Minuten. Jede Brust wird zwischen
zwei Plexi-Glasplatten gelegt und kurz zusammen gedrückt, dies
kann unangenehm, manchmal auch schmerzhaft sein. Dieser Druck ist
notwendig, weil nur so gut beurteilbare Bilder mit der geringst
möglichen Strahlenbelastung erzielt werden können.
Von jeder Brust werden zwei Röntgenaufnahmen angefertig. Ihre
Aufnahmen werden immer von mindestens zwei besonders erfahrenen und
geschulten Ärztinnen/Ärzten unabhängig
voneinander
beurteilt.
13.
Wie und wann erhalte ich das Ergebnis?
Das Untersuchungsergebnis wird Ihnen per Post, in der Regel innerhalb
von sieben Werktagen nach Erstellung der Mammographie
übermittelt.
Bei etwa 95% aller Frauen zeigt die Mammographie keinen Hinweis auf
Brustkrebs. Diesen Frauen wird schriftlich mitgeteilt, dass sie in zwei
Jahren wieder unaufgefordert eingeladen werden. Wir bitten die Frauen
diesen Brief bei der nächsten Vorstellung bei ihrer
Ärztin/ihrem Arzt vorzulegen.
Auf gutartige Veränderungen, die nur
äußerst selten ein
Risiko darstellen, wird in der Mitteilung nicht hingewiesen.
14.
Die Mammographie ist auffällig - was passiert dann?
Zeigen sich auf den Mammographie-Sreening-Aufnahmen
Veränderungen,
die auf eine Brusterkrankung hinweisen können, sind weitere
Untersuchungen notwendig. In diesem Fall erhalten Sie mit dem Ergebnis
Ihrer Mammographie-Untersuchung eine Einladung zur kurzfristigen
weiteren Abklärung.
Bei der Abklärungsuntersuchung erwartet Sie zunächst
ein
Gespräch mit dem Arzt/der Ärztin, der die
Screening-Einheit leitet. Er
bespricht mit Ihnen Ihre Röntgen-Aufnahmen und informiert Sie
über eventuelle weitere Untersuchungen, die notwendig sind.
Die Untersuchung beginnt damit, dass der Arzt sorgfältig Ihre
Brust abtastet. Je nach Art der Gewebeveränderung
können eine
Ultraschall-Untersuchung und/oder zusätzliche
Röntgen-Aufnahmen notwendig sein.
Falls eine Ultraschall-Untersuchung erforderlich ist, so erlaubt diese
eine ergänzende Beurteilung der in der Mammographie gesehenen
Auffälligkeiten.
Bei wenigen Frauen kann allerdings die Entnahme einer Gewebeprobe, eine
sogenannte Biopsie, erforderlich sein, bevor abschließend
eine
Diagnose gestellt werden kann. Dazu wird mit einer Hohlnadel etwas
Gewebe aus einem auffälligen Bezirk der Brust entnommen. Die
Gewebeproben werden von zwei Spezialisten beurteilt.
Nach kurzer Zeit liegt das Ergebnis vor und wird mit allen am
Mammographie-Screening-Programm beteiligten Ärzten gemeinsam
ausgewertet.
Das abschließende Ergebnis wird dann persönlich mit
Ihnen
besprochen. Wenn Sie es wünschen, wird
selbstverständlich
auch der von Ihnen angegebene Arzt über das Ergebnis
informiert.
15. Was
erwartet mich bei der Abklärungsuntersuchung?
- die Ärztin/der Arzt der die Screening-Einheit
leitet
bespricht die Röntgen-Aufnahmen mit Ihnen und informiert Sie
über die notwendigen weiteren Untersuchungen
- Tastuntersuchung: die Ärztin/der Arzt tastet Ihre
Brust sorgfältig ab
- Ultraschall-Untersuchung. Bei dieser Untersuchung werden
mittels
Schallwellen Bilder aus dem Brustgewebe erzeugt. Diese Untersuchung
erlaubt eine ergänzende Beurteilung der in der Mammographie
entdeckten Auffälligkeiten, ersetzt aber keinesfalls die
Mammographie-Untersuchung.
- bei einigen Veränderungen ist eine
zusätzliche
Röntgenaufnahme der Brust (z.B. in
Vergrößerungstechnik) erforderlich
- Ergebnis: im Anschluss an diese Untersuchungen bespricht
die
Ärztin/der Arzt das Ergebnis mit Ihnen. Bei den meisten
Fällen kann ein Brustkrebsverdacht ausgeschlossen werden.
-
eine Gewebeprobe (Biopsie) zur abschließenden
Beurteilung
eines auffälligen Befundes ist nur bei wenigen Frauen
erforderlich. Dazu wird nach örtlicher Betäubung mit
einer
Hohlnadel etwas Gewebe aus dem auffälligen Bezirk der Brust
entnommen und von einem Spezialisten beurteilt. Das Ergebnis liegt nach
wenigen Tagen vor und wird Ihnen in einem persönlichen
Gespräch mitgeteilt. Das abschließende Ergebnis der
Untersuchungen erhalten Sie in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach
Einladung zur Abklärung in der mit Ihnen vereinbarten Weise.
Sollte sich der Verdacht auf eine Krebserkrankung bestätigen,
können Sie das weiter Vorgehen mit der Ärztin/dem
Arzt,
die/der die Abklärungsuntersuchung durchgeführt hat,
besprechen.
16. Worauf
muss ich achten?
Sie sollten unbedingt auch während des zweijährigen
Intervalls zwischen den Einladungen auf Veränderungen Ihrer
Brust
achten. Dazu gehören:
- tastbare Veränderungen (Knoten)
- Veränderungen an der Haut (Dellen,
Verhärtungen)
- äußerlich sichtbare Verformungen
- Veränderungen an der Brustwarze
- flüssige Absonderungen aus der Brustwarze (Blutung)
Wenn Sie solche Veränderungen bemerken, wenden Sie sich bitte
unverzüglich an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren
behandelnden Arzt.